Einsatz 72-2010
Wohnungsbrand, Ulzburger Landstrasse
Datum: Freitag, 7. Mai 2010, 20.15 Uhr
Einsatzort: Quickborn-Heide, Ulzburger Landstraße
Einsatz: Feuer groß, Menschenleben in Gefahr
Quickborn - Am Freitagabend wurde die Feuerwehr Quickborn zu einer unklaren Rauchentwicklung in einem Mehrfamilienhaus an der Ulzburger Landstraße alarmiert.
Vor Ort wurde ein Feuer im ersten Obergeschoss lokalisiert. Das Haus wurde geräumt. Unter Atemschutz drangen Einsatzkräfte in das nur sehr leicht verrauchte
Treppenhaus und wollten, nach Setzten eines Rauchverschlusses, in die Wohnung eindringen. In diesem Moment kam es zur Flammendurchzündung und Flammen schlugen,
über das zweite Obergeschoss, bis unter den Dachüberstand.
Die Einsatztaktik wurde sofort geändert: Der Trupp im Treppenhaus sicherte die geschlossene Wohnungstür. Zwei weitere Atemschutz-Trupps drangen, über die Drehleiter,
von der Rückseite, in die Wohnung und bekämpften das Feuer im Innenangriff. Ein vierter Atemschutz-Trupp verhinderte währenddessen die Brandausbreitung auf der
Vorderseite.
Diese Maßnahmen führten zum Erfolg. Der Brand blieb auf die betroffene Wohnung begrenzt, das Treppenhaus ist nur sehr leicht verrußt und selbst die untere
Wohnung bleibt bewohnbar; es ist kein Löschwasser durchgedrungen. Die betroffene Wohnung brannte aber nahezu komplett aus, in den meisten Räumen ist der
Putz großflächig von Wänden und Decken gefallen.
Die Wohnungsinhaberin und ihre Tochter wurden von einem mutigen Nachbarn aus der Wohnung geholt, beide kamen ins Krankenhaus. Der Nachbar und weitere
Hausbewohner wurden von weiteren Rettungsdienstpersonal und unserem Notfallseelsorger betreut. Ein Feuerwehrmann stürzte und verletzte sich das Sprunggelenk.
Ein Atemschutzgeräteträger geriet so dicht an die Flammen, das die Hitze durch seine Schutzkleidung drang und er am Oberarm Verbrennungen 2. Grades erlitt.
Die von der Quickborner Wehr genutzte Schutzkleidung ist 15 Jahre alt.
Nach einer halben Stunde war das Feuer gelöscht. Nachdem die Polizei die Wohnung untersucht hatte, wurden von der Feuerwehr ca. 3 Kubikmeter Brandschutt
aus der Wohnung gebracht. Da in der ca. 20 cm hohen Schicht noch viele Glutnester waren, musste diese, ohnehin anstrengende, Arbeit unter Atemschutz
verrichtet werden. Durch die Maßnahmen der Feuerwehr blieben alle anderen Wohnungen bewohnbar. Im zweiten Obergeschoss wurden auch zwei Meerschweinchen gerettet.
Um genügend Atemschutzgeräteträger vor Ort zu haben, wurde gleich in der Anfangsphase die Feuerwehr Ellerau (Kreis Segeberg) alarmiert. Die Zusammenarbeit
funktionierte problemlos. Auch bei diesem Einsatz hat die Wärmebildkamera hervorragende Dienste geleistet. Zufällig kam der Vertriebspartner des Herstellers
an der Einsatzstelle vorbei und stellte der Wehr ein weiteres Gerät zur Verfügung, wodurch noch gezielter gearbeitet werden konnte. Durch den Einsatz der
Wärmebildkameras konnte das Löschwasser sehr effektiv eingesetzt werden, es kam zu keinen Wasserschäden. Nach drei Stunden harter Arbeit konnte das letzte
Feuerwehrfahrzeug die Einsatzstelle verlassen.
Kräfte
Kräfte: FF Quickborn: 52 mit ELW 1-1, LF 20/16, DLK 23-12, LF 16, LF 10/6, GW-A, RW 2, TSF-W,
ELW 1-2, TLF 24/50, MTW-1, Notfallseelsorger mit PKW, KdoW
FF Ellerau: 27 mit LF 16/12, ELW 1, TLF 16/25, LF 16-TS
Stellv. Kreiswehrführer mit PKW
Zeiten
Alarmierung: 20:15 Uhr
Alarmstufenerhöhung: 20:17 Uhr Vollalarm FF Quickborn + FF Ellerau
Eintreffzeit: 20:24 Uhr 1. Löschfahrzeug, Drehleiter,
Einsatzleitwagen (alle Quickborn)
Feuer unter Kontrolle: 20:50 Uhr
Einsatzende: 23:53 Uhr
Einsatzleiter: Daniel Nagel, Zugführer FF Quickborn
















